Das alte Kirchlein Saint Nicholas – das versunkene Kirchlein

Dies ist ein Ort, der mich seit November 2014 immer wieder anzieht.

Nicht wegen seiner Schönheit und Pracht – im Gegenteil – sondern wegen seinem Schicksal und seiner steten Veränderung. Und er strahlt eine besondere Ruhe auf mich aus.

Diesem Gotteshauses, im Jahr 1936 als Dorfkirche des in einem Tal liegenden Dorfes Alassa gebaut, war nur ein kurzes Dasein beschieden, denn das Tal wurde in den achtziger Jahren als bestens geeignet für einen Stausee befunden.

In der Folge wurde am Talende die Kouri-Talsperre errichtet, womit das grösste Wasserreservoir der Insel entstand.

Im Jahr 1985 wurden, unweit des Stausees, an der Strasse nach Platres, das Dorf Alassa und das Kirchlein Saint Nicholas neu gebaut, und die Leute aus dem bisherigen Dorf dorthin umgesiedelt.

Das Dorf liegt nun in einer Höhe von 440 Metern über Meer, hat ein Restaurant und einen sehr schönen Park mit einer Vielzahl von Vögeln. Zurzeit leben da etwa 282 Einwohner.

Der Abriss der Häuser und der alten Kirche wären zu aufwendig gewesen, so dass man sie beliess und den See im Jahr 1989 erstmals flutete.

Das tiefer liegende Dorf versank sogleich in den Fluten. Das Kirchlein hingegen, das auf einer Anhöhe steht, ist nur bei ganz gefülltem Stausee fast total unter Wasser – nur noch die Turmspitze ragt heraus.

Mai 2019

 

Je nach Wasserstand, der saisonal und in Abhängigkeit von der Regenmenge im Winter sehr stark variiert, verändern sich auch Lage und Bild des Kirchleins.

November 2014

 

Juni 2015

 

Juni 2018

 

April 2019

 

September 2021

 

Dass auch die Zeit, das Wasser und Witterungseinflüsse dauernd am Kirchlein nagen, und es langsam zerfallen lassen, konnte ich erst kürzlich bei unserem Besuch vor Ort mit meiner Freundin Lilo wieder feststellen.

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