Die Krankheit von Charly nimmt ihren Lauf. Ein Spitalaufenthalt nach dem andern wechselt sich ab. Am 22. Juli hat es angefangen, dass es ihm zusehends schlechter ging. Am Samstag darauf war es besonders schlimm, da seine Kräfte merklich nachliessen und er überhaupt keinen Appetit mehr hatte. Am Montag stand eine weitere Blutuntersuchung an. Die Hinfahrt war für Charly eine sehr beschwerliche und er war sehr kurzatmig. Die Konsequenz war, dass sie ihn stationär im Spital aufnahmen. Die Diagnose war eine Infektion im Körper, die nicht lokalisierbar war. Zum Glück konnte die Infektion eingegrenzt werden.

Knochenmarkpunktion

Am Dienstag wurde eine Knochenmarkpunktion vorgenommen, um zu sehen, wie es um die Leukämie bestellt ist. Die zerstörerischen Zellen haben sich zurückgebildet, so dass die Therapie angeglichen werden konnte. Ein kleiner Lichtblick am Himmel. Des Weiteren bekommt Charly Antibiotika, welche die Infektion im Körper bekämpfen sollten. Zuhause wird diese Behandlung während 8 Tagen von der Spitex durch den Port gewährleistet.

Bei einer Knochenmarkpunktion wird eine Gewebeprobe aus dem Knochenmark entnommen. Sie dient meist der Diagnose von Erkrankungen des Blutes und blutbildenden Systems, wie bei Charly der Fall ist.

Portkatheter

Ein Portkatheter oder kurz “Port” ist ein dauerhafter Zugang von aussen in eine Vene. Er soll Krebspatientinnen  und- patienten helfen, die häufigen Medikamente direkt in die Blutbahn zu spritzen oder bei der Blutentnahme. Dies ist insbesondere bei der Chemotherapie der Fall.

Gradwanderung

Die letzten zwei Tage im Spital waren sehr stressig für uns. Eine A4-Seite von Materialien inkl. Antibiotika mussten wir besorgen, natürlich aufgrund der Verordnung. Welches sich als nicht so einfach erwies. Sicherlich: Lösungen gibt es immer, wenn auch auf Umwegen und diese haben wir beschritten. Nächstes Mal geht’s dann auf zum direkten Weg. Hoffentlich!!!

Am Samstag endlich die Entlassung. Schön, wenn alles so geklappt hätte. Um 10 Uhr sollte die Entlassung stattfinden, schlussendlich wurde es 13.00 Uhr, da die Ärztin sich verspätet hatte und er noch eine Portion Blut erhalten sollte. Wir hatten um 13.00 Uhr einen Termin für die Lieferung eines Rollators. Okay, der Lieferant ging etwas Trinken, alles gut und Charly kam doch noch zu seinem Rollator.

Mein Mann ist die Pünktlichkeit in Person und kann schlecht mit Unpünktlichkeit umgehen, da wird er grantig. Die Stunden vor unserer Entlassung waren happig und ein ständiges Auf und Ab. Zeitweise wollte er alles abbrechen und es dem Schicksal überlassen, wie lange er noch zu leben hat, denn er habe jetzt genug. Diese Situationen und Aussagen bringen auch den Partner an seine Grenzen. Die Belastung ist enorm. Für den betroffenen ist es eine zerstörerische Krankheit und in dem Moment sieht er nur noch sich selbst. Mit dem Wissen umzugehen, ist nicht ganz einfach.

Am späteren Nachmittag wurde ein Gespräch fällig: Wenn etwas nicht klappt, kann es nicht sein, zu solchen Mitteln und Aussagen zu greifen und im nächsten Moment zu relativieren. Sicher ist man als Partner rücksichtsvoller und nachgiebiger, speziell in dieser Situation, in der mein Mann jetzt steckt. Gespräche sind wichtig, um auch meine Befindlichkeiten zur Sprache zu bringen.

Den Abend haben wir gemütlich zusammen ausklingen lassen. Im Schweizer Fernsehen lief die Sendung “Röbi Kohler – 20 Jahre danach”. Die Fernsehabende, wenn wir beide auf dem Sofa liegen, geniessen wir total zusammen. So können wir für ein paar Stunden alles um uns vergessen.

 

 

 

 

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“Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen”
ist ein Ratgeber der englischen Psychotherapeutin Philippa Perry

 

Einleitung

Dieser Erziehungsratgeber hätte ich vor 40 Jahren haben müssen. Als ich ihn im Regal bei meinem Lieblings Buchhändler, Orell Füssli in Zürich sah, wusste ich den muss ich es haben. Sicherlich hat der Titel meine Neugierde geweckt. Zwischenzeitlich hab ich mir sogar das Hörbuch aufs Mobile geladen. Auch wenn meine Kinder nun erwachsen und teilweise selber Eltern sind, war es für mich ein Muss. Die neuzeitlichen Erziehungsmetoden heben sich von meinen/unseren damaligen teilweise ab. Durch dieses Buch von Philippa Perry konnte ich einiges besser nachvollziehen.

Ratgeber auf Augenhöhe

Ein gelungener Erziehungsratgeber mit lebendig erzählten Fallgeschichten, welche nahvollziehbar und aus dem täglichen Leben gegriffen wurden angereichert mit viel psychologischem Hindergrundwissen. Philippa Perry, die Autorin, wählt eine klare alltagsnahe Sprache und ebensolche Beispiele, ohne an Tiefe einzubüssen. Dieses Buch wurde geschrieben für Eltern die ihre Kinder nicht nur lieben, sondern auch mögen wollen.

In diesem Buch wird aufgezeigt wie wir eine Beziehung zu unseren Kindern aufbauen können, nicht, wie wir sie am besten manipulieren können, um unsere eigenen Bedürfnissen abzudecken. Rüttelt auf, die eigenen Kindheitserfahrungen zu betrachten und durchleuchten. Das Gute der eigenen Erziehung weiterzugeben und die weniger hilfreichen Aspekte eindämmen.

Besonders das Kapitel Gefühle hat es auf den Punkt gebracht. Diese solle man stets wahrnehmen, annehmen und für das (Klein-)Kind einordnen. Immer wieder, bis es Jahre später selbst besser regulieren kann. Die regelmässigen kleinen eingebauten Übungen sind wirklich super, unkompliziert und schnell in der Durchführung. Sogenannte Visualisierungsübungen, die der Selbsterkenntnis dienen. Man fängt an, sein Verhalten zu reflektieren und hinterfragen. Fehler werden weiterhin gemacht, um daraus zu lernen, was auch okay ist.

Seelische Gesundheit

Teil fünf: Die Voraussetzungen seelischer Gesundheit fand ich sehr inspirierend und von grosser Bedeutung. Endlich spricht die Gesellschaft jetzt über die seelische Gesundheit von Kindern – und darüber, wie man sie fördern kann. Ein weiterer Punkt in diesem Teil ist die Kommunikation, welche schon im Babyalter stattfinden sollte. Zum Beispiel sollte zur Gewohnheit werden, dem Kind zu sagen was geschehen wird.

Des Weiteren verdeutlicht Philippa Perry, warum sich Kleinkinder oft “schwierig” und “nervig” verhalten und wie wir als Erwachsene damit am besten umgehen können. Auf den Umgang mit Wutanfällen geht sie konkret ein und auch auf das Grenzen setzen bei Kleinkinder und Teenagern.

Betont wird, dass es natürlich in Ordnung fürs Kind ist, wenn es das ganze Spektrum von Emotionen fühlt, aber es muss in allen seinen Stimmungen, von Tränen bis hin zu Lächeln, Ängsten und Wut, eine Begleitung haben.

 

 

Mein Fazit

Hier bekommt man ein Werkzeug in die Hand, um Erziehung nicht in ein manipulatives Machtspiel zu verwandeln. Die Botschaft, dass es kein “zu spät” gibt, ist wichtig und heilsam und entstandene Brüche in der Beziehung zum Kind reparieren zu können.

Egal wie alt die Eltern oder die Kinder… jeder sollte dieses Buch kennen und beherzigen.

Einzig – der Fokus der Autorin ist eine intensive, verständnisvolle Kommunikation. Demzufolge frag ich mich: Ist es zeitlich mit mehr als einem Kind zu schaffen?

 

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Herzlich Willkommen!

Ich nimm dich mit auf meinen Tag in Bilder in dieser meiner Lebensphase, 12 Bilder am 12. jedes Monats.

Auf gehts!

Meinen Tag starte ich mit einem Blick auf meine Pflanzen auf dem Balkon. Sie erfreuen mich jeden Tag aufs Neue.

                         

Auf geht’s mit dem Tram ins Unispital, wo mein Mann seit Donnerstag wieder einmal liegt. Medikamente mussten noch Morgens vorbei gebracht werden und etwas Zeit konnten wir noch miteinander verbringen, obwohl noch keine Besuchszeit war.

                         

Auf dem Rückweg konnte ich es nicht lassen, etwas Zeit in meiner Lieblings Buchhandlung zu verbringen. Mein Streifzug war auch diesmal erfolgreich. Das Zürich Wimmelbuch ist für meinen Enkel Gioele, der heute 2 Jahre alt wird bestimmt. Er liebt diese Wimmelbücher so. Die anderen zwei Bücher werde ich mir zu Gemüte führen. Momentan stehen Gesundheitsfragen bei mir ganz weit oben.

                           

Morgen am 13. August, findet die alljährliche Street Parade statt. Die Aufbauarbeiten auf dem Sechseläutenplatz sind in vollem Gange. Dies ist einen Technoparade in Zürich, die am Zürichsee entlangführt. Der 2,4 km lange Umzug der Love Mobiles startet wie in den Vorjahren beim Utoquai. Danach rollen die Trucks rund um das Zürcher Seebecken. Bis 24 Uhr wird bei allen Bühnen der Abschluss der Street Parade gefeiert!

Nun geht’s wieder auf ins Spital. Ich liebe unsere Züritrams. Sie sind pünktlich, leise und gemütlich.

Im Spital ist alles steril und man taucht in eine ganz andere Welt ein. Manchmal sind die leeren Gange furchterregend, da man hinter den Türen nie weiss was einem erwartet. Beim Stricken verkürze ich mir die Zeit, wartend auf meinen Mann bis alle Untersuchungen durch sind.

Den Abend liess ich ausklingen mit einem Spaziergang dem Zürichsee entlang.  Die Blumenpracht erfreut mein Herz und birgt gleichzeitig ein Schimmer Hoffnung in sich.

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Bereits sind wir wieder in der zweiten Hälfte des Jahres. Die vergangenen Monate dieses Jahres waren für uns sehr herausfordernd und haben unser bisheriges Leben über den Haufen geworfen. Wir wurden auf eine harte Probe gestellt.

Freud und Leid

In diesem Monat Juli konnten sich Leid und Freude die Hand reichen. Nebst der Krebserkrankung meines Mannes konnten wir endlich nach über 2 Jahren Verspätung am 9. Juli die Hochzeit meiner Tochter in Como feiern. Wenn auch leider ohne Beisein meines Mannes. Für mich war es nur möglich, an der Hochzeit teilzunehmen, weil mein Mann stationär im USZ aufgenommen wurde, um einen Port anzulegen und anschliessend die zweite Chemotherapie zu erhalten. Daraus wurde schliesslich ein zweiwöchiger Spitalaufenthalt im Unispital Zürich.

Ich konnte 4 Tage in Como verbringen und somit auch meinen Enkel Gioele etwas geniessen. Es war eine sehr emotionsreiche Hochzeit bei schönstem Wetter unter freiem Himmel in einem Weiler abseits von Como. Es war schön, entfernte Verwandte und alte Schulfreunde von Karin zu sehen. Wenn ich zurück denke, hab ich diese teilweise als Kinder gesehen, nun sind sie erwachsen geworden und stehen mit beiden Beinen auf dem Boden. Diese Tage haben mir gut getan, und so konnte ich neue Energie tanken. Nichtdestotrotz war ich in Gedanken immer bei meinem Mann.

 

 

Am 11. Juli konnte ich wieder Charly vom Spital abholen. Ihm ging es soweit gut, und wir waren guter Dinge. Ihm ging es relativ gut, sodass ich ein paar Nähobjekte realisieren konnte. Nähen ist für mich wie Meditation, und man kann die Seele so richtig baumeln lassen.

Stricken – Neuland für mich

Einen Vormittag konnte ich sogar mit meiner Freundin Marlies verbringen.  Da wir beide Grossmütter kleiner Jungs sind, haben wir uns entschlossen, Winterpullover für die Jungs zu stricken. Da ich im Stricken nicht so bewandert bin, leitet mich Marlies wunderbar an. Während unseres zweiwöchentlichen Unispitalbesuchs verkürzt mir das Stricken die langen Wartezeiten, da sich diese je nachdem bis zu 6 Stunden hinziehen können. Als Belohnung halte ich am Schluss einen schönen kuschligen Pullover für den Kleinen in den Händen.

Nicht schon wieder

Diese Zuversicht war nicht von langer Dauer. Am 21. Juli, nach einem wiederholten Besuch im Unispital inkl. Blutinfusionen, ging es plötzlich bergab. Die Energien waren wie weg geblasen und mein Mann wurde zusehends schwächer. An diesem Wochenende waren meine Tochter Karin mit Davide, meinem Schwiegersohn und klein Gioele bei uns zu Besuch. Sie waren sichtlich erschrocken über Charlys Zustand. Mein Mann hatte sich so sehr über deren Besuch gefreut. Ich war so erstaunt wie der bald zweijährige Gioele damit umging, er war leiser und ruhiger und sein Blick schwand immer wieder zu seinem Nonno.

Am Montag wurde Charly wieder im Unispital stationär aufgenommen, da die Blutwerte sich merklich verschlechtert hatten. Es folgte ein sechstägiger Spitalaufenthalt, wo er wieder auf die richtige Spur gebracht wurde. Wir werden nun Zuhause von der Spitex tatkräftig unterstützt, da er noch intravenös Antibiotika benötigt.

 

Wie sagt man so schön, jeder neue Tag ist ein Geschenk.

 

 

 

 

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